Verschwindende Orte

Gestaltetes Logo aus einem Bild des Tagebaus, der sich Richtung Siedlung frisst

Der Hambacher Forst ist medial präsent, die Aktivist*innen teils laut und radikal. Aber Garzweiler II? Die Umsiedlungen? 21 Dörfer mit 1500 Jahren Geschichte fallen in ein 200 Meter tiefes Loch. Und was wissen wir darüber?

Eva-Maria Baumeister hat Fieldrecordings aus den Dörfern Keyenberg und Kuckum gesammelt, Interviews mit Umsiedler*innen geführt und Aufnahmen im Tagebau gemacht. Sie entwickelt einen Reflektions- und Erinnerungsraum: In welchen Stufen hat sich der Protest über die Jahre entwickelt und verändert? Wie hat sich das öffentliche Leben in den Dörfern aufgelöst? Und wie viele Opfer müssen einzelne für gesellschaftliche Großprojekte eigentlich bringen? Man könnte fast meinen, die Menschen vor Ort waren uns allen schon immer egal, Hauptsache der Strom fließt. Braucht es erst die totale Krise, damit die bisher Ungehörten eine Stimme bekommen?

„Das ist der letzte Akt. Wenn einem die Erde unter den Füßen weggebaggert wird. Wenn noch etwas da ist, wo man hingehen kann, wo Erde ist, wo man rumlaufen kann, auch wenn sonst nichts mehr steht, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn da wirklich ein Loch ist.“ (Sabine Rosen, Umsiedlerin aus Borschemich-neu)

Gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW.

Autorin: Eva-Maria Baumeister


54 Minuten. Hörspiel.
WDR3 / WDR5
Dramaturgie.
Erstausstrahlung: 21. November 2020