Staatsbürger. Europäer. Musiker. Der russisch-deutsche Pianist Igor Levit

Igor Levit zwischen Bäumen

Igor Levit hat früh das dicke Lob geerntet: Er sei “einer der ganz großen Pianisten dieses Jahrhunderts” schrieb die FAZ schon über ihn, als er noch als Student in Hannover war. Inzwischen ist er zu einem Künstler gereift, der nicht nur musikalisch, sondern auch politisch Stellung beziehen will: “Citizen. European. Pianist”, so lautet entsprechend seine knappe Selbstbeschreibung im Twitter-Account. Und zwar, das ist ihm wichtig, in exakt dieser Reihenfolge. Den Bürger und Europäer erlebt man, wenn er kurz nach dem “Brexit”-Votum am Ende eines Konzerts bei den BBC Proms in London unangekündigt Beethovens “Ode an die Freude” spielt. Mit einem EU-Pin an der Brust. Oder wenn er sich auf Twitter mit Politikern der AfD anlegt. Und auch als Musiker sucht Levit die Herausforderung: so hat er sich für seine erste große CD-Einspielung nicht nur einen der größten Variationszyklen der Musikgeschichte vorgenommen, sondern gleich mal drei: Bach, Beethoven und den zeitgenössischen amerikanischen Komponisten Frederic Rzewski. Immerhin hatte der ja auch schon für den Studenten Levit eine kleine Sonate komponiert. Irgendwie scheinen sie alle Gefallen an ihm zu finden und an seiner Art zu spielen. Auch die berüchtigte Performance-Künstlerin Marina Abramovic hat ein Projekt mit ihm realisiert. Sie alle erzählen dem Autor Christian Möller davon, der das Porträt passend in neun Variationen strukturiert – und Igor Levit mit Datteln besticht.

 

mit Originaltönen von:
Marina Abramovic, Simon Bode, Eleonore Büning, Georg Diez, Lajos Rovatkay, Frederic Rzewski und Igor Levit.

Sprecher_innen:
Lisa Sophie Kusz, Konstantin Lindhorst, Florian Jahr, Justine Hauer, Kerstin Thielemann und Glenn Goltz.

Technische Realisation: Olaf Dettinger.

 

54 Minuten. Feature.
WDR3 Musikporträt.
Regie.

 

Autor: Christian Möller.
Redaktion: Imke Wallefeld.
Produktion: WDR 2018.